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Die englische Sprache gilt den Redlichen generell als unredl., da sie bekanntlich nur aus unredl. Anglizismen besteht. Englische Wörter und selbst englische Eigennamen werden gewaltsam in "korrektes" Deutsch übersetzt. Diese Sprachmarotte der Redlichen hat zwei Ursachen:

  • einerseits redeten jugendliche PC- Nerds der 1990er Jahre und Angehörige der Gamer- Szene, also die zwei Subkulturen,aus denen die Redlichen hervorgingen, am liebsten unverständliches Denglisch, um ihrem Treiben den Anstrich einer Geheimwissenschaft zui geben, die Senioren über 25 Jahre möglichst unverständlich bleiben sollte. Und dafür wurden sie dann von ihren Lehrern heftig kritisiert.
  • Andererseits beklagten sich in den 1990er und 2000er Jahren auch Sprachkritiker und Journalisten über diesen schwer verständlichen Jargon, darunter auch ältere Vertreter des politisch ultrakonservativen Lagers wie Walter Krämer (geb. 1948) und Wolf Schneider (geb. 1928). Und gerade diese beiden Kritiker lieferten mit ihrer politischen Einstellung und ihren biographischen Daten natürlich Steilvorlagen für die selbsternannten jugendlichen Satiriker, deren Ziel es war, alle Erwachsenen als vertrottelte alte Kalkleisten mit rechten politischen Ansichten darzustellen.

AnglizismenBearbeiten

Unter Anglizismen versteht die Sprachwissenschaft etwas ganz anderes als die Redlichen, nämlich

einerseits Begriffe und Phrasen, die buchstäblich aus dem Englischen übernommen werden und dem deutschen Sprachgefühl und Sprachgebrauch deutlich widersprechen

und andererseits Neubildungen, die englisch klingen, aber im Sprachgebrauch englischer Muttersprachler gar nicht bekannt sind.

Zur ersten Gruppe gehören Redensarten wie

  • Allzeithoch (all- time high) statt absoluter Höhepunkt
  • am Ende des Tages (at the end of the day) statt letzten Endes oder Summa summarum
  • es macht Sinn (it makes sense) statt es ist sinnvoll oder es ergibt einen Sinn
  • Hochlicht (Highlight) statt Höhepunkt oder Glanzpunkt
  • in 2019 oder das
  • Institut für Technologie (Institute of Technology), das im Deutschen ein Forschungsinstitut für Verfahrenstechnik wäre und eben keine technische Universität oder der altbekannte
  • Tellerwäscher (dishwasher) der eigentlich ein Spüler oder Küchenhelfer ist.

Zur zweiten Gruppe gehören Kunstwörter wie

  • Dressman statt male model
  • Handy statt cellphone (USA) oder mobile phone (GB/ AUS) oder
  • Talkmaster statt host.
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