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Ein Justikar ist keineswegs mit einem Justitiar zu verwechseln. Ein Justitiar ist ein Spezialist für die Bearbeitung rechtlicher Angelegenheiten in einer Behörde, einem Unternehmen oder einem Verband.

Ein Justikar hingegen ist eine Figur, die in verschiedenen besonders realitätsfernen und gewaltgeneigten Computerspielen auftaucht wie Elder Scrolls. Hier treten die Justikare als Angehörige einer Geheimorganisation auf, die gleichzeitig polizeiliche und richterliche Aufgaben wahrnimmt, bei Verstößen gegen die in dem Spiel geltenden Regeln grausame Urteile verhängt, diese für sofort vollstreckbar erklärt und die Todesurteile als häufigste Urteile dann auch sofort selbst vollstreckt.

Das reale Vorbild für die Justikare dürften also die SS- Führer gewesen sein, die in der Endphase des 2. Weltkrieges mit ihren "fliegenden Standgerichten" umherstreiften und zur "Hebung der Kampfmoral" wahllos Verdächtige aufgriffen, wegen "Wehrkraftzersetzung" zum Tode verurteilten und oft eigenhändig hinrichteten.

Und wie alles, was sich außerhalb des geltenden Rechts stellt, fanden dann auch die Justikare Anklang bei den Redlichen und manche Redliche legten sich selbst die Bezeichnung "Justikar" bei.

So führte beispielsweise Franz-Joseph von Schnabel, der für seine Affinität zum Dritten Reich bekannt ist, zeitweise die selbst verliehene Bezeichnung Justikar. Und auch Benedikt (Freiherr von Sankt) Gumpenbrunn trat zeitweise als selbst ernannter Justikar auf. Gumpenbrunns herausragende (und wohl auch einzige) Persönlichkeitsmerkmale sind aber Aggressivität, Bildungsresistenz, Großsprecherei, Selbstgefälligkeit und extreme Titelsucht. Und so ist im Fall Gumpenbrunn eher davon auszugehen, dass dieser redliche Held hier nur seiner Großmannssucht freien Lauf lassen wollte mit der Bezeichnung als "Justikar"

Das Pseudo- Lexikon Schnellbildung bringt auch Reinhard Pfaffenberg mit der Szene der "Justikare" in Verbindung,. Alle Eintragungen bei Schnellbildung enthalten jedoch weitgehend ungeprüfte Behauptungen und häufig auch verleumderische Äußerungen, mit denen die dort aktiven Redlichen ihre Konkurrenten beleidigen wollen. Schnellbildung kann also keinesfalls als zuverlässige Quelle angesehen werden.

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